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AUF EIN WORT

01. Juli 2003


 

Liebe Schwestern und Brüder,

gerade jetzt, in der kommenden Urlaubszeit, muss ich immer wieder einmal an ein Wort meines Lieblingsphilosophen Ludwig Wittgenstein denken: „Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen.”

Ich erinnere mich nicht nur daran, wenn ich mit anderen über den Glauben an Gott rede. Einerseits gibt es da Zeitgenossen, die sich ganz gemütlich zurücklehnen, wenn sie hören, dass ich an Gott glaube, und genüsslich schmunzeln: Na, dann überzeugen Sie mich einmal.

Andere werden zum streitbaren Gegenpart: Darüber müssen wir unbedingt diskutieren, ich habe da so meine ganz besonderen Ansichten. Oft kommt dabei nichts heraus, da jeder nur unbeweglich seinen Standpunkt vertritt.

Glaube ist etwas, was unheimlich schwer in Worte zu fassen ist. Glaube besteht eigentlich aus eine Vielzahl von Erfahrungen: Erfahrungen von Sehnsucht und Erfüllung, von Freiheit und Geborgenheit, von Hoffnung, Ruhe und Geborgenheit.

Sehr oft werden solche Erfahrungen zerredet – manchem allerdings gelingt es, seine Erfahrungen im Glauben anders auszudrücken; durch Musik, Bilder oder Kunstwerke. So finde ich im Urlaub die unterschiedlichsten Ausdrucksformen von Glauben, wenn ich die eine oder andere Kirche besuche und mir Zeit nehme, den Raum auf mich wirken zu lassen. Es ist faszinierend, sich auf die Vielfalt der Glaubenserfahrungen einzulassen, die einem hier geboten werden. Die Künstler schaffen es, auf oft einfache Weise ohne Worte, ohne zu reden, ihren Glauben weiter zugeben und doch haben sie mich angesprochen, mir Freiheit, Ruhe und Geborgenheit gegeben.

In diesem Sinne wünsche ich auch Ihnen viele Begegnungen mit Glaubenserfahrungen, die Sie ansprechen, ohne große Worte machen zu müssen.

Ihr