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AUF EIN WORT

01. Oktober 2004


 

Liebe Schwestern und Brüder,

es ist gar nicht so einfach, während der letzten Augusttage in Italien am Strand zu sitzen, und sich ein Vorwort für die Weihnachtsausgabe des „Kontaktes“ zu überlegen. Während mir die Sonne auf den Körper scheint und keine drei Meter weiter die Wellen des Mittelmeeres an den Strand plätschern soll ich mich jetzt auf die dunkle und kalte Zeit des Jahres einstimmen. Viele Menschen versuchen immer mehr die Gedanken an die kalte und dunkle Zeit des Jahres zu verdrängen. Dies geht so weit, dass das Reisegeschäft der Urlaubsanbieter trotz knapper Finanzen gerade in den Wintermonaten immer mehr zunimmt. „Der Sonne hinterher“ heißt der Werbespruch so mancher Reiseveranstalter.

Natürlich ist es schön, wenn man die Möglichkeit hat, den Alltag und die grauen Wintertage von sich abzuschütteln, aber immer nur Sonne und eine knallbunte Umwelt lassen uns auch sehr schnell abstumpfen. Die dunkle Jahreszeit gehört zum Jahreslauf dazu. Ohne sie ist das Jahr nicht komplett. Licht und Dunkelheit gehören zueinander. Das eine kann ohne das andere nicht sein, denn Licht kann ich nur als solches erkennen, wenn ich weiß, was Dunkelheit ist. Nur im Dunkeln kann uns ein Licht den Weg leuchten; bei Sonnenschein verliert es sehr schnell seine Kraft.

Gott hat seine Schöpfung wohl geordnet: Neben die Dunkelheit setzte er das Licht und Tag und Nacht lässt er seit Anbeginn der Zeit sich gegenseitig abwechseln. Gott hat die Schöpfung als etwas Vollkommenes geschaffen und zur Vollkommenheit gehören solche Gegensätze wie Licht und Dunkel – Gut und Böse – Leben und Tod. Erst durch die Gegensätze werden die Einzelheiten wichtig. So wie unsere Natur die Jahreszeiten braucht, um sich im Sommer zu entfalten und im Winter wieder neu zu ordnen, so brauchen auch wir unsere bunten und grauen Tage unseres Lebens. Nicht immer können wir gut gelaunt und voll aufgedreht durch die Gegend rennen und so tun, als ob wir über allem stehen. Auch wir brauchen einmal etwas grauere Tage, um uns zu besinnen, uns neu zu orientieren. Und gerade aus diesem Grau heraus wächst wieder eine neue Freude in uns, die Freude auf die neuen bunten und warmen Tage des Sommers und des Urlaubs. Wäre jeder Tag nur bunt – auf welchen sollten wir uns noch freuen?

Am kürzesten – und somit oft auch dunkelsten – Tag des Kalenderjahres hat Gott uns in der Geburt seines Sohnes Jesus Christus ein helles und warmes Licht geschickt. Durch ihn haben wir die Möglichkeit, uns im Dunkeln zu orientieren und auf die hellen Tage vorzubereiten. Wie weit jeder von uns das Licht in sich aufnimmt und wie dunkel oder hell es um jeden einzelnen bereits geworden ist, das liegt bei uns selber. Ich jedenfalls weiß, auch in absoluter Dunkelheit trage ich ein Licht bei mir, das heller und wichtiger ist als jede Sonne Italiens. Und so möchte ich Sie einladen – verbreiten Sie gemeinsam mit mir und vielen anderen den Funken Licht, den Gott in die Krippe gelegt hat. Gemeinsam durchdringen und vertreiben wir jede Dunkelheit.

Ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest sowie ein Gutes Neues Jahr wünscht Ihnen

Ihr