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Abendmahl

 



 

Von Jesus eingesetzt
Als Jesus von seinen Jüngern Abschied nahm, stiftete er ein Mahl, das sie über seinen Tod hinaus gewiss machen sollte: Gottes Liebe und Zuwendung zu den Menschen wird nicht aufhören. Gott selbst bietet und in Jesus Christus seine Versöhnung an. Immer wenn wir das Abendmahl feiern, will Christus mitten unter uns sein, uns Gemeinschaft mit ihm und untereinander schenken.

 

Fest der Versöhnung
So ist das Abendmahl das fest der Versöhnung. Alles, was uns von Gott trennt, wird überwunden, alle Schuld wird von uns genommen. Jesus Christus, der für uns den Weg ans Kreuz gegangen ist, spricht uns seine Vergebung zu. Sein Leben, sein Leib und Blut sind für uns gegeben zur Vergebung der Sünden.

 

Fest der Gemeinschaft
So ist das Abendmahl das Fest der Gemeinschaft. Im Abendmahl schenkt sich Jesus Christus selbst in Wein und Brot als sein Leib und Blut. Darin will er uns unmittelbar nahe sein. Jede Abendmahlsfeier ist Zeichen, Erinnerung und Herausforderung, dass uns die empfangene Gabe in die Gemeinschaft aller Glaubenden und in die Solidarität mit der Welt stellt, der Gottes Erlösungswillen gilt.

 

Fest der Hoffnung
So ist das Abendmahl das Fest der Hoffnung. Wir feiern den neuen Bund, den Gott mit uns geschlossen hat. Das Abendmahl nimmt das große Festmahl im Reich Gottes vorweg, zu dem alle Völker kommen werden. Dann werden alle Trennungen überwunden sein und Gott wird „alles in allem“ sein. Diese Hoffnung macht das Abendmahl zum Fest der Freude mitten in aller Trauer, zum Fest Vergebung mitten in aller Schuld, zum Fest der Gemeinschaft mitten in allen Trennungen. Wenn wir das Abendmahl feiern, verkünden wir den Tod Jesu Christi und seine Auferstehung und bitten um seine Wiederkunft. Weil Christus uns in unseren Ängsten tröstet, uns neuen Mut und neue Kraft gibt, können und sollen wir andere aufrichten, trösten, ermutigen, ihnen helfen und für sie eintreten.

 

Einladung zum Abendmahl
Im Abendmahl befreit uns Christus zum neuen Leben. Er ist der Grund des Glaubens, weil wir in der Begegnung mit ihm zu Menschen des Vertrauens, der Freiheit und des immer neuen Anfangs werden. Er ist der Grund der Liebe, weil die Zusage der Liebe Gottes jeden auf seine Weise liebenswert und lebensfähig werden lässt. Er ist der Grund der Hoffnung, die uns in Anfechtungen und Leiden trägt, deren Geduld keinen aufgibt und deren Unruhe sich bei keinem Unrecht beruhigt. Darum lädt Christus im Abendmahl die ganze Gemeinde zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander immer wieder neu ein. Keiner ist unwürdig, von Gott eingeladen zu werden: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28).
In der evangelischen Kirche sind alle getauften Christinnen und Christen gemeinsam zum Abendmahl eingeladen. Nicht alle christlichen Konfessionen erkennen jedoch das Abendmahl untereinander an. Daher rührt das Ärgernis, dass nicht alle Christinnen und Christen gemeinsam Abendmahl feiern können. Es bleibt das Ziel ökumenischer Bemühungen, dass eines Tages alle Christinnen und Christen miteinander zum Tisch Jesu Christi gehen können.

 

Hinführung von Kindern und Jugendlichen
Ob getaufte Kinder am Abendmahl teilnehmen können, wird von den Verantwortlichen der Kirchengemeinde entschieden. Wenn Kinder zum Empfang von Brot und Wein eingeladen werden, sollen sie verstehen, dass es sich um ein besonderes Mahl handelt. Es ist wichtig, Kinder und Jugendlichen einen altersgemäßen Zugang zum Abendmahl zu ermöglichen. Wer seine Kinder zum Abendmahl mitnehmen möchte, sollte ihnen zuvor erzählen, was am Altar geschieht. Wo Kinder Brot und Wein nicht gereicht bekommen, werden sie im Kreis der Feiernden persönlich gesegnet.
In der Konfirmationsfeier werden die Jugendlichen mit dem Abendmahl vertraut gemacht. Bei der Konfirmationsfeier hat das Abendmahl eine hervorgehobene Bedeutung, unabhängig davon, ob es zum ersten Mal gefeiert wird oder ob die Jugendlichen schon vorher daran teilgenommen haben. Ab jetzt entscheiden sie selbst.

 

Aufgaben
Worauf der Kirchner jeweils zu achten hat, sollte einmal in Ruhe mit dem Pfarrer durchgesprochen werden.
Der Blumenschmuck am Altar ist so „zurückhaltend“ zu gestalten, dass er nicht die Abendmahlsgeräte verdeckt oder den Pfarrer beim Hantieren behindert.
Angeordnet werden mit Blick auf den Altar Patene und Hostiendose zur linken, Kelch und Weinkanne zur rechten Altarseite hin. Mit etwas Augenmaß entstehen zwei „ausgewogene“, harmonisch gegliederte Gruppierungen.
Den Hostienbestand und Weinvorrat muss der Mesner schon einige Tage vor dem Abendmahlsgottesdienst überprüfen und sich gegebenenfalls um die Ergänzung kümmern.
Hostien sollten kühl und vor allem trocken in der Originalverpackung oder einer Plastikbox aufbewahrt werden. Dann lässt sich mit einer größeren Bestellung gut auf längere Zeit auskommen.
Für den Wein ist, wenn er nicht jedes Mal kurzfristig gekauft werden soll, ein gleichmäßig kühler Kellerraum wünschenswert.
Die Hostien – sicherheitshalber etwas mehr als die voraussichtlich benötigte Zahl – werden in der Hostiendose bereitgestellt. Auf die Patene breitet der Pfarrer die Hostien während der Mahlfeier. Wird der Kelch bis zum Beginn des Abendmahls abgedeckt, kann der Wein bereits vorher eingeschenkt werden. Sonst wird die entsprechend gefüllte Kanne bereitgestellt.
Weitere Hostien, ebenso wie Wein, sollten für alle Fälle gut erreichbar „in Reserve“ gehalten werden. Die Freude über viele unerwartete Abendmahlsgäste könnte sonst beim Pfarrer schnell in Sorge umschlagen, ob auch die letzten noch problemlos versorgt werden können.
Der Kirchner, der an einer Ecke des Altars stehend eine neue Flasche quietschend entkorkt, stört die Atmosphäre der Feier. Das lässt sich unauffälliger erledigen.
Unauffällig: Das gilt auch für den Platz von Alkoholschale (und –kännchen, soweit vorhanden) in der Nähe von Kelch und Kanne auf dem Altar – zumal in vielen Gemeinden diese Geräte keinen ausgesprochenen Schmuck darstellen.
Je nach den örtlichen Verhältnissen ist während de Abendmahlsfeier die Hilfe des Kirchners gefragt.
Er säubert zwischendurch mit einem in Alkohol getränkten Tuch den Kelch und gießt aus der Kanne den Wein in den Kelch nach. Wird mit zwei oder vier Kelchen ausgeteilt, wechselt der Kirchner nach dem fünften Gast den Kelch aus.
Es gibt auch Gemeinden, wo der Kirchner bei der Austeilung des Mahles mithilft.
Nach dem Ende des Gottesdienstes sind die Geräte wieder wegzuräumen. Oft wird gefragt, was mit dem übrig gebliebenen Abendmahlswein geschehen soll. Grundsätzlich gilt beim evangelischen Abendmahl, dass bei der Konsekration der Wein nicht in Blut Christi „gewandelt“ wurde (wie die katholische Kirche lehrt). Trotzdem ist ein angemessener Umgang mit den Resten nötig. (nicht ins WC kippen)
Wenn es gelungen ist, den Rest im Kelch so gering zu halten, dass er ehrfürchtig ausgetrunken werden kann, ist das eine angemessenen Verwendung (so steht es auch in alten reformatorischen Kirchenordnungen). Bleibt ein erheblich gefüllter Kelch zurück, kann man den Wein würdig der Natur zurückgeben. In manchen alten Kirchen gibt es noch einen schmalen Mauerdurchbruch, durch den von der Sakristei aus der Wein in die Erde gegossen werden kann.
Reste aus der Kanne können in die Flasche zurück gegossen werden (sind aber alsbald zu verbrauchen). Weinkanne und Kelch sollen gleich mit warmem Wasser ausgespült werden, chemische Reinigungsmittel sind zu vermeiden, weil sie leicht die Legierung angreifen. Danach die Abendmahlsgeräte mit einem weichen Tuch trocknen.

Noch ein paar Sätze zum Thema Wein:
Wenn der Kirchner für den Einkauf zuständig ist sollte er einen regionalen Wein wählen. Vor jedem Abendmahl sollte der Wein probiert werden, um sicher zu sein, dass er noch gut ist.
Mit Rücksicht auf Kinder, Jugendliche oder Alkoholkranke wird in manchen Gemeinden alkoholarmer Wein verwendet (von Sucht-Fachleuten wird bezweifelt, dass er für Abhängige keine Gefahr darstellt). So ist der Traubensaft für alkoholfreie Abendmahle sinnvoller. Auf jeden Fall darf dann natürlich nie versehentlich „richtiger“ Wein benutzt werden.

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